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Ausgleichstreffer mit dem Schlusspfiff

VfR Bad Lobenstein  –  SV Germania Ilmenau  1 : 1 (0:0)

Im Bad Lobensteiner Koseltal hingen die Trauben für Ilmenaus Mannschaft schon immer sehr hoch, konnte man noch nie mit einem Sieg die Heimreise antreten. In einer turbulenten Schlussphase gelang es Lobensteins Routinier Mai den greifbar nahen Sieg den Gästen noch zu entreißen.

Die Bedingungen auf dem Rasenplatz stellten die Mannschaften mit fortschreitender Spielzeit vor zunehmende Probleme, blieben auf dem tiefen und glitschigen Geläuf viele Aktionen nur Stückwerk und die Fehlerquote im Spiel somit hoch. So ist es nicht verwunderlich, dass die Abwehrreihen beider Mannschaften die stärksten Mannschaftsteile an diesem Nachmittag waren. Es überwog der Kampf um Raum und Ballbesitz, in dieser Hinsicht konnte man beiden Mannschaften keinen Vorwurf machen. Optisch hatte der Gastgeber zwar mehr Spielanteile, aber echte Torgefahr konnte er daraus nicht generieren. Die wenigen Zuschauer sahen ein Spiel mit wenigen Höhepunkten und konnten erst in der achten Minute der Nachspielzeit über den Treffer ihrer Mannschaft jubeln. Den ersten negativen Aufreger für Ilmenau gab es nach einer halben Stunde, als Schiedsrichter Breuninger binnen zwei Minuten Mittelfeldmotor Fischer zweimal verwarnte und der Gast somit über 60 Minuten in Unterzahl zurechtkommen musste. Aus Sicht der Gäste war die zweite Verwarnung wegen Foulspiels überzogen, eine letzte Ermahnung hätte hier ausgereicht. Diese etwas kleinliche Auslegung des Regelwerks durch den Schiedsrichter bekam Lobenstein in der Schlussphase des Spiels ebenfalls zu spüren, sie mussten in den letzten zehn Minuten der Partie über fünf Verwarnungen quittieren.

Ilmenau brachte in der zweiten Hälfte mit Alzoughbi und Stapper zwei schnelle Spieler, um im Konterstil vielleicht doch noch zu Tormöglichkeiten zu kommen. Dies sollte sich auszahlen. Stapper war es, der energisch in den Lobensteiner Strafraum ging und dort nur durch Foulspiel am Abschluss gehindert werden konnte. Der Pfiff des Unparteiischen kam sofort. Ilmenaus Trainer schritt ein und bestimmte Cherkashyn als Strafstoßschützen, der mit präzisem Schuss in den rechten Torwinkel Steinbach im Tor nicht den Hauch einer Abwehrmöglichkeit ließ (89.). Ein Tor zur rechten Zeit, so unmittelbar vor Spielende. Schiedsrichter Breuninger zeigte vier Nachspielminuten an, aus denen dann letztlich acht Minuten wurden. Eine Verletzungsbehandlung von Ilmenaus Torwart Ogbenna und zwei Wechsel in der Nachspielzeit der Gäste waren hier wohl ausschlaggebend. So kam es wie so oft im Fußball, dass in dieser Phase eines Spiels der Spielstand noch gedreht wurde. Der eingewechselte Mai stellte seine Torgefährlichkeit eindrucksvoll unter Beweis, als er an der Strafraumgrenze in Ballbesitz kam und mit feinem Heber über Ilmenaus Torwart den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleichstreffer mit der letzten Aktion im Spiel erzielte. Dieser Ausgleichstreffer wird dem Spielverlauf auch ein Stück weit gerecht, investierte der Gastgeber einfach mehr für dieses Spiel und belohnte sich für seinen nimmermüden Einsatz. Für Ilmenau allemal ärgerlich dieser Ausgleichstreffer.

Einen negativen Höhepunkt gab es in der Nachspielzeit noch, als ein angebliches Handspiel in Ilmenaus Strafraum durch den Schiedsrichter nicht geahndet wurde und Lobensteins Trainer dies wohl mit den falschen Worten kommentierte und daraufhin der Coachingzone verwiesen wurde.

In Anbetracht der personellen Probleme auf Ilmenauer Seite muss man vor der Mannschaft den Hut ziehen, wie sie sich auf dem Spielfeld präsentierte. Die gegenwärtige Tabellenposition als Aufsteiger gibt dies eindrucksvoll wieder.

Bad Lobenstein: Steinbach; D. Dittmar (72. Junge), S. Dittmar, Kohl, Köcher, Hölzel, Scholz (68. Mai), Fuchs (80. Eckert), Gottschalk, Wiechert, Gössinger

Ilmenau: Ogbenna; Bathke, Wolfenstetter, Finn (57. Alzoughbi), Meissner, Fischer (32. GRK), Gomez, Fernando (76. Stapper), Kutzer (90.+5 Hryshko), Cherkashyn, Schröter (90.+7 Landgraf)

Schiedsrichter: Breuninger (Gera)

Zuschauer: 50

Tore: 0:1 (89. FE) Cherkashyn,1:1 (90.+8) Mai

Uwe Frank

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