SV Germania Ilmenau – BSG Wismut Gera 1 : 1 (0:1)
Mit fünf Veränderungen in der Startelf gegenüber der Vorwoche entspannte sich die angespannte Personallage Ilmenaus etwas und so sah man dem Spiel gegen den souveränen Tabellenführer auch optimistischer entgegen. Der Gast aus Gera, während des gesamten Spiels von einer mitgereisten Fangruppe lautstark unterstützt, übernahm auch von Beginn an das spielerische Zepter und zeigte mit seiner Ball- und Passsicherheit, warum man an der Tabellenspitze steht. Gera agierte sehr hochstehend und verlagerte das Geschehen zumeist in Ilmenaus Hälfte. Für Ilmenau ergaben sich hier aber im Konterstil beste Einschussmöglichkeiten in der ersten Halbzeit. Kutzer hatte bereits in der zweiten Spielminute nach Finns Zuspiel in die Schnittstelle der Geraer Abwehr die große Möglichkeit der frühen Führung auf dem Fuß, den Ball legte er sich aber zu weit an Torwart Gruber im Geraer Tor vorbei und konnte ihn so nicht mehr vor dem Toraus erreichen. Es scheiterte auch Ilmenaus Todoran nach Pass von Fischer mit zu schwachem Schuss allein vor Gruber (24.) und auch bei seiner zweiten Möglichkeit konnte Kutzer, wiederum von Finn freigespielt, Geras Torwart nicht überwinden (30.). So setzte sich Ilmenaus erfolgloses Bemühen aus dem Spiel heraus zum Torerfolg zu kommen fort, ist man schließlich seit vier Spielen ohne Treffer. Der Gast machte es besser. Konnte sich Ogbenna bei Geras erster Tormöglichkeit gegen Mumini im 1gegen1 noch behaupten (20.), war er nach einem zu kurz abgewehrten Eckstoß bei Söllners 20 Meter Schuss in den Torwinkel absolut machtlos (22.). Ilmenau in Hälfte eins zwar mit den besseren Tormöglichkeiten, aber Gera macht aus wenig eben das Tor.
In der zweiten Halbzeit stellten sich beide Abwehrreihen besser auf die gegnerischen Angriffsbemühungen ein und so blieben gefahrbringende Aktionen vor den Toren Mangelware. Gera, mit der Führung im Rücken nicht unbedingt im Verwaltungsmodus, drängte schon auf einen zweiten Treffer und somit die Vorentscheidung im Spiel. Lehmann mit Kopfball über das Tor (52.) und Kiesslings Schuss knapp am langen Pfosten ins Toraus (62.) hatten hier die besten Möglichkeiten die Führung für die eigenen Farben auszubauen. Ilmenau war mit einer kämpferischen Steigerung nicht gewillt, die zweite Heimniederlage in der Saison hinzunehmen.
Die Bemühungen des Gastgebers auf den Ausgleichstreffer wurden in der 69. Minute belohnt. Finns Freistoß auf Gomez verlängerte dieser auf den einlaufenden El Rahman. Mit gefühlvollem Heber vor das Geraer Tor bediente er Ilmenaus Torjäger Kutzer, der den Ball über Torwart Gruber hinweg unter die Torlatte schoss. Eine sehenswerte Ballstafette. Nicht einmal unverdient dieser Ausgleich. Sogar der Führungstreffer wäre fast gelungen als El Rahmans Schuss Torwart Gruber mit einem tollen Reflex noch parieren konnte (82.). Gera war nun wieder mehr gefordert, wollte man mit einem Sieg die Heimreise antreten. Ilmenau blieb seiner taktischen Einstellung treu und stand mit seiner Defensive hoch in der eigenen Hälfte um das Spielgeschehen vom eigenen Tor fernzuhalten. Hatte man doch mit Ogbenna im Tor einen mitspielenden Torwart, der im Stil eines Liberos weit in die eigene Hälfte geschlagene Bälle ablief und klärte. Dies sollte aber in der Schlussphase des Spiels gründlich daneben gehen und den zwei Stammtorhütern Ilmenaus wohl einige freie Wochenenden bescheren. Bei einem erneuten Ausflug weit in die eigene Hälfte kam Ogbennas Klärungsversuch einen Hauch zu spät, statt den Ball traf er Geras Spieler, Schiedsrichter Falk wertete dies wohl als Verhinderung einer Torchance und stellte Ilmenaus Torwart vom Platz (86.). Ilmenau wechselte nun Heyn ins Tor, für ihn wurde Todoran vom Feld genommen. Aber auch Heyn nahm nicht lange am Spiel teil, misslang ihm genauso ein Klärungsversuch unmittelbar hinter der Strafraumgrenze. Hier kam der Ball aber zum mitgelaufenen Schwabe, der das leere Tor verfehlte, dafür aber den Pfosten traf (90.+5). Jetzt erst pfiff Falk, wohl den Vorteil abwartend, und zeigte erneut die Rote Karte gegen Ilmenaus Torwart und entschied auf Freistoß vor dem Strafraum. Der erneute Wechsel auf der Torwartposition brachte jetzt Ilmenaus Torschütze Kutzer nun zwischen die Pfosten. Aus den angezeigten fünf Minuten Nachspielzeit wurden letztlich acht Minuten, die Ilmenau aber schadlos überstand. Der Punktgewinn für Ilmenau nicht unverdient, gelang es doch, mit hohem kämpferischen Einsatz die technischen und spielerischen Vorteile des Gegners weitgehend zu kompensieren.
Trotz der beiden Feldverweise blieb das Spiel aber stets im fairen Rahmen und bereitete dem Schiedsrichterteam keine weiteren Probleme. Mit der fünften Gelben Karte für Ilmenaus Fischer fehlt am nächsten Spieltag ein weiterer wichtiger Spieler in Schmölln. Die Platzverweise für Ilmenau allemal diskussionswürdig, galten die Aktionen doch dem Ball und nicht dem Gegner. Der erste geschah weit von Ilmenaus Tor entfernt mehr zur Auslinie hin und nach Heyns Aktion hatte Gera unmittelbar im Anschluss die Möglichkeit zur erneuten Führung.
Ilmenau: Ogbenna (86. RK); Schröter, Wolfenstetter, Bathke (68. Meyer), Cherkashyn, Gomez, Finn, Fischer, Todoran (86. Heyn 90.+5 RK), Fernando (60. El Rahman), Kutzer,
Gera: Gruber; Schubert, Kiessling, Doroftei, Söllner, Mumini (80. Schwabe), Wagner, T. Amadi (52. Romasc), M. Ahmadi (63. Richter), Simon, Lehmann
Schiedsrichter: Falk (Friedrichroda)
Zuschauer: 80
Tore: 0:1 (22.) Söllner, 1:1 (69.) Kutzer
Uwe Frank






















