FSV Gräfenroda – SV Germania Ilmenau 3 : 5 (2:3)
Durch die Niederlage Haarhausens am Vortag in Blankenhain hatte Ilmenau sein selbstgestecktes Saisonziel der Meisterschaft bereits drei Spiele vor Saisonende erreicht. Ilmenaus Trainer Giehl forderte trotz dieses Umstandes, mit voller Konzentration in den verbleibenden Spielen in der Erfolgsspur zu bleiben. Dies schien bei seiner Mannschaft aber in der Anfangsphase des Spiels noch nicht angekommen zu sein. Selber tat man sich schwer, trotz einem Plus an Ballbesitz, zu verheißungsvollen Tormöglichkeiten zu kommen, in der Abwehr zeigte man nicht gekannte Schwächen bei langen Bällen aus der gegnerischen Abwehr. So bedurfte es erst eines Doppelschlags der Heimelf für ein Aufwachen Ilmenaus. Ph. Lange mit feinem Lupfer über Torwart Heyn (18.) und als Heyn einen Schuss nicht festhielt, bediente der nachsetzende Esche den freistehenden Greßler. Der ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und traf zum umjubelten zweiten Treffer seiner Mannschaft (22.). Auch ein dritter Treffer Gräfenrodas lag im Bereich des Möglichen. Bei Wolfs platziertem Schuss konnte sich Heyn mit toller Parade auszeichnen und den Einschlag verhindern (24.). Zu diesem Zeitpunkt hatte aber Ilmenau unmittelbar nach dem zweiten Gegentreffer schon seinen ersten Torerfolg. Mit sehenswerter Ballstafette über Fernando, er kam für den früh verletzt ausgeschiedenen Finn, zu Fischer und El Rahman, gelang letzterem der schnelle Anschlusstreffer (23.). Ja es gelang Ilmenau sogar, innerhalb von elf Minuten den Spielstand komplett zu drehen. Einen Freistoß von Careaga Izaguirre verwandelte Cherkashyn per Kopf zum Ausgleichstreffer (27.) und mit genialem Steckpass in die Schnittstelle der Gräfenrodaer Abwehr bediente El Rahman Hertel, der sich diese Chance nicht entgehen ließ (34.).
Nach der Pause war es die Heimelf, die den nächsten Torakzent in der Partie setzte. Nach Ecke von Esche traf Ilmenaus Bathke beim seinem Klärungsversuch nicht den Ball, dafür aber das Sprunggelenk von M. Reimann. Schiedsrichter Hertam entschied sofort auf Strafstoß. Ph. Lange gelang mit seinem zweiten Treffer der Ausgleich (50.). Die Partie entwickelte sich nun zusehends zu einem Spiel der vergebenen Torchancen auf beiden Seiten, sicherlich nicht zur Freude der jeweiligen Mannschaftsverantwortlichen. Ging die Souveränität der beiden Abwehrreihen doch ein Stück weit verloren. Scheiterten El Rahman (57.), Fischer (65.), Fernando (66.), Hertel (69., 70.) auf Ilmenauer Seite, so konnten auf der Gegenseite auch Greßler (68., 89.) und Esche (70.) ihre Möglichkeiten nicht nutzen. Insgesamt konnte aber der Gast in der zweiten Halbzeit mehr zulegen und verdiente sich so auch die erneute Führung. Spektakulär war der vierte Treffer Ilmenaus. Alzoughbi bediente von der Grundlinie Fernando, dessen Schuss wehrte Schlundt im Gästetor ab, den Nachschuss des eingewechselten Machts konnte er auch noch parieren, aber gegen Fernandos zweiten Versuch war er dann machtlos (73.). Nach Zuspiel von Machts erzielte Hertel seinen 27. Saisontreffer und machte somit den Deckel auf diese Partie (82.). Ilmenau gelang, unabhängig vom Spiel Haarhausens vom Vortag, somit aus eigener Kraft die Meisterschaft in dieser Kreisoberligasaison.
Vor einer imposanten Kulisse von 190 Zuschauern zeigten beide Mannschaften ein attraktives und offensiv geführtes Spiel mit reichlich Torgelegenheiten auf beiden Seiten. Der Unterschied an diesem Tag: Ilmenau nutzte seine Möglichkeiten. Schiedsrichter Hertam hatte keine Probleme mit dieser Partie. Trotz je drei Verwarnung für beide Mannschaften blieb das Spiel stets in fairem Rahmen.
Gräfenroda: Schlundt; F. Reimann (87. Nüchter), Seel, D. Reimann, Esche, Reuß. Greßler, Wolf (85. Kem), Ph. Lange, M. Reimann (80. Hoffmann), Hofmann
Ilmenau: Heyn; Khavari (85. Voloshyn), Bathke, Cherkashyn (46. Alzoughbi), M. Grebhan, Schröter, Careaga Izaguirre, Finn (6. Fernando), Fischer (71. Machts), El Rahman (71. Stapper), Hertel
Schiedsrichter: Hertam (Kranichfeld)
Zuschauer: 190
Tore: 1:0 Ph. Lange (18.), 2:0 Greßler (22.), 2:1 El Rahman (23.), 2:2 Cherkashyn (27.), 2:3 Hertel (34.), 3:3 Ph. Lange (FE 50.), 3:4 Fernando (73.), 3:5 Hertel (82.)
Uwe Frank



















