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Eurotrink Kickers FCL Gera  – SV Germania Ilmenau  0 : 3 (0:1)

 Gian Luca Schmidt

Rund 30 Grad, dünne Personaldecke und ein umkämpftes Spiel: Germania Ilmenau musste in Gera einige Widrigkeiten meistern –und hatte am Ende allen Grund zur Freude.

GERA

Der SV Germania Ilmenau hat im zweiten Saisonspiel in der Fußball-Landesklasse Zählbares mitgenommen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Giehl setzte sich bei den Eurotrink Kickers Gera mit 3:0 (1:0) durch und überzeugte dabei vor allem mit einer geschlossenen Defensivleistung. „Das war wirklich eine mannschaftlich geschlossene Leistung“, lobte Giehl seine Mannschaft nach dem Schlusspfiff.

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als ideal. Ilmenau reiste mit einer dünnen Personaldecke nach Gera, lediglich vier Auswechselspieler standen zur Verfügung– und alle vier kamen im Laufe der Partie zum Einsatz. Dazu machten Temperaturen von rund 30 Grad und ein kleiner, in der prallen Sonne liegender Platz die Bedingungen nicht einfacher.

Wunderbarer Zeitpunkt für ein Tor

Auch spielerisch entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene und zerfahrene Begegnung. Beide Mannschaften wussten um die Stärken des Gegners und gingen entsprechend vorsichtig zu werke. „Wir wussten um die Angriffsstärke von Eurotrink und haben uns darauf sehr gut eingestellt“, erklärte Giehl. Große Torchancen waren auf beiden Seiten zunächst Mangelware. Stattdessen wurde häufig mit langen Bällen operiert, bei denen es vor allem auf gewonnene Kopfballduelle ankam.

Ilmenau hatte dabei einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten. „Wir hatten an dem Tag einen sehr guten Torwart“, sagte Giehl und hob zugleich die komplette Abwehrreihe hervor. Die Germania ließ nur wenig zu und wartete auf ihre Gelegenheit. Die kam kurz vor der Pause. In der 43. Minute zog Bashar Alzoughbi von der linken Seite in Richtung Strafraum und schloss mit dem linken Fuß ins lange Eck ab. Eurotrinks Torhüter konnte den Ball zwar parieren, den Abpraller aber nicht festhalten. Ahmet El Rahman setzte sich im Zweikampf gegen seinen Gegenspieler durch und drückte den Ball über die Linie. Das 1:0 für Ilmenau – und gleichzeitig der perfekte Zeitpunkt für die Führung. „Das war natürlich ein wunderbarer Zeitpunkt“, befand Giehl.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie umkämpft. Ilmenau stellte das eigene System etwas um und verdichtete die Defensive weiter. Gleichzeitig musste Giehl früh reagieren: Alzoughbi hatte sich bereits in der ersten Hälfte einen Pferdekusszugezogen und musste schließlich ausgewechselt werden. Für ihn kam A-Junior Darius Todoran ins Spiel. Der Nachwuchsspieler fügte sich laut seinem Trainernahtlos ein. „Bei allem, worauf ich großen Wert lege, ist das Verteidigen. Er hat sich absolut untergeordnet, nach vorne versucht, Akzente zu setzen – das war wirklich gut“, lobte Giehl den Youngster.

Kontrolle trotz Unruhe

Für das nächste Ausrufezeichen sorgte anschließend Ben Fritz Meißner. Er wurde diesmal auf der linken Außenbahn eingesetzt und rechtfertigte das Vertrauen eindrucksvoll. In der 70. Minute setzte er sich gegen gleich mehrere Gegenspielerdurch und brachte den Ball scharf in die Mitte. Dort war Ilmenau zur Stelle und

erhöhte durch Hannes Kutzer auf 2:0. „Da hat er drei Mann vernascht auf links, sich durchgesetzt und den Ball scharf hereingebracht“, sagte Giehl.

Mit zunehmender Spielzeit wurde die Begegnung hektischer. Eurotrink wechselte die Formation, gleichzeitig wurde nahezu jede Schiedsrichterentscheidung diskutiert. Auch die Ilmenauer ließen sich davon anstecken. „Da fehlt uns schon noch die Routine, die Cleverness und die Coolness. Wir sind da auch sehr nervös geworden“, räumte der Ilmenau-Trainer ein. Trotz der Unruhe behielt Germania die Kontrolle. Mehrere personelle Veränderungen wurden vorgenommen, ohne dass die Mannschaft ihren Rhythmus verlor.

Die Entscheidung fiel schließlich in der 83. Minute. Von der linken Seite wurde der Ball an den zweiten Pfosten geschlagen, wo ein wiederum Hannes Kutzer völlig frei zum Kopfball kam und zum 3:0 einnickte.

In der Schlussphase hätte Ilmenau das Ergebnis sogar noch deutlicher gestaltenkönnen. Ein weiterer Treffer wurde wegen Abseits nicht anerkannt, zudem vergaben Marc Fernando und Ahmet El Rahman noch große Möglichkeiten. Gleichzeitig musste die Germania in der Nachspielzeit noch einen Freistoßüberstehen. Am Ende blieb es beim 3:0. „Wir nehmen diesen Auswärtssieg liebend gerne mit“, sagte Giehl, der insbesondere die kämpferische Leistung seiner Mannschaft hervorhob. „Die Jungs wollten auf alle Fälle den Sieg.“ Am nächsten Spieltag empfangen die Ilmenauer den VfB Pößneck. Anstoß ist am Samstag um 15 Uhr im Stadion am Hammergrund.

Eurotrink Gera: Burkhardt, Olbrich, Büttner, Stein, Fleischer, Krolop, Zausch, Rauh, Graupner, Sachse, Doblinger

SV Germania Ilmenau: Ogbenna, Bathke, Gomez, Alzoughbi, Wolfenstetter, Meissner, Fischer, Fernando, Kutzer, Cherkashyn, El Rahman

Lindner (Erfurt)

– 68 –

0:1 El Rahman (43.), 0:2, 0:3 Kutzer (56., 85.)

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