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Ilmenau trotzt den Widrigkeiten

SV 1897 Ehrenhain  –  SV Germania Ilmenau 2 : 3 (1:3)

Am 6. Spieltag hatte Ilmenau die Reise zum SV Ehrenhain anzutreten, eine Mannschaft der man in einem Pflichtspiel noch nicht gegenüberstand. Aus den unterschiedlichsten Gründen fehlten Ilmenaus Trainer sieben Stammspieler und mit Co-Trainer Kubitza auf der Bank hatte man wenigstens den fünften möglichen Wechselspieler für das Feld.

Wie sich Ilmenau in diesem eher kampfbetonten Spiel behauptete und die Vorgaben des Trainers umsetzte, nötigt dem Zeitzeugen des Spiels schon einen gewissen Respekt ab. Hatte Ilmenau doch nicht nur Ehrenhain, sondern auch den unerfahrenen Schiedsrichter, vornehmlich in der ersten Hälfte des Spiels, gegen sich. Drei mehr als fragwürdige Strafstöße in diesem Spiel gegen den Gast legen davon beredtes Zeugnis ab.

Der Start in dieses Spiel gelang Ilmenau optimal, bereits nach sieben Minuten bedient Alzoughbi über seine linke Seite mustergültig den einlaufenden Todoran im Strafraum und mit platziertem Schuss ins lange Toreck ließ er Schnabel im Ehrenhainer Tor keine Abwehrchance. Und es kam noch besser für den Gast: Freistoß Fischer, Torwart Schnabel lässt den Ball prallen, Kutzer reagiert gedankenschnell und stochert den Ball über die Torlinie (15.). Optimaler Auftakt für Ilmenau in diese Partie. Aber bereits fünf Minuten später der erste Strafstoßpfiff des Schiedsrichters für den Gastgeber. Ilmenaus Cherkashyn kommt im Zweikampf nach eigenem Bekunden durch den Gegner ins Stolpern und beide Spieler stürzen daraufhin zu Boden. Der Schiedsrichter entscheidet auf Strafstoß, den Taubert sicher zum Anschlusstreffer nutzt (20.). Mit Ehrenhains Taubert hatte Ilmenaus Abwehr die meisten Probleme, mit seiner Ballsicherheit und Schnelligkeit war er ein ständiger Unruheherd in der Gästehälfte. Die Ausgleichsmöglichkeit hatte aber Clasen auf dem Fuß. Bei seinem Alleingang über das halbe Spielfeld verfehlte er das Tor nur um wenige Zentimeter. Hier wäre Ilmenaus Torwart Heyn Chancenlos gewesen. Die Führung hätte  Kutzer ausbauen können, als er sich einen Fehlpass vor dem Gästetor erlief, sein Abschluss ging aber über das Tor (39.). Vor Ende der regulären Spielzeit in Hälfte eins aber doch noch der dritte Gästetreffer. Einen Eckball führte Finn kurz auf Fischer aus, seine Flanke fand am langen Pfosten den aufgerückten Gomez. Mit perfektem Kopfball unter die Torlatte gelang ihm die erneute Zwei-Tore-Führung für seine Farben, sehenswert dieser Treffer (44.). Für die Halbzeitpause kam dieser Treffer genau zum richtigen Zeitpunkt. Aber es gab ja noch die vierminütige Nachspielzeit und Schiedsrichter Pfromm. Einen Schuss aus nicht einmal drei Metern Entfernung bekam Gomez an den angelegten Arm. Handelfmeter war die Interpretation des Schiedsrichters, was einen Sturm der Entrüstung auf Ilmenaus Bank auslöste. Ilmenaus Trainer wurde daraufhin mit Gelb verwarnt. Den fälligen Strafstoß von Ehrenhains Fenzl parierte dann aber Heyn mit starker Parade (45.+3.). Vielleicht gibt es ja doch noch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit. In der sich unmittelbar anschließenden Halbzeitpause konnten sich die erhitzten Gemüter dann wieder abkühlen.

Die zweite Hälfte sah dann eine engagiertere Heimmannschaft, die den Spielstand so nicht stehen lassen wollte. Einen schnellen Anschlusstreffer hatte Taubert auf dem Fuß, seinen Schuss konnte aber der bestens aufgelegte Heyn noch zur Ecke abwehren (47.) Das Spielgeschehen, jetzt mehr in der Ilmenauer Hälfte, ermöglichte dem Gast aber beste Kontergelegenheiten für eine endgültige Spielentscheidung. Finn mit Freistoß (52.) und Alzoughbi (61.) hatten hier die besten Gelegenheiten dafür. Ehrenhain, mit starkem Einsatz gegen Gegner und Ball, konnte sich gegen die aufmerksame Abwehrarbeit Ilmenaus nicht entscheidend durchsetzen und suchte im Schiedsrichter seinen Blitzableiter, der innerhalb von 30 Minuten fünf Verwarnungen gegen die Heimelf aussprach. Höhepunkt war die Rote Karte gegen den zuvor ausgewechselten Lutz auf der Wechselbank wegen heftigen Reklamierens (90.+1.). Zu diesem Zeitpunkt war Ilmenau bereits dezimiert, Ilmenaus Torwart Heyn wurde wegen grober Unsportlichkeit vorzeitig zum Duschen geschickt (81.). Für die Verhinderung der schnellen Ausführung eines Eckballs für Ehrenhain hatte er mittels Schulterchecks den Ballholenden behindert (81.). Mit Ogbenna hatte Ilmenau für das Tor gleichwertigen Ersatz auf der Wechselbank. Trotz Unterzahl ergab sich aber noch die Möglichkeit für die endgültige Entscheidung in diesem Spiel. Nach Zuspiel von Kutzer scheiterte der eingewechselte El Rahman aber mit seinem Schuss an Torwart Schnabel (90.). Wegen vieler Spielunterbrechungen wurden fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt. Ilmenaus Stapper fiel im eigenen Strafraum auf den Ball und der Schiedsrichter zeigte zum dritten Mal auf den Punkt wegen Handspiels. Taubert trat erneut an und hämmerte den Ball unter die Querlatte zum Anschlusstreffer (90.+3). Aus den angezeigten fünf Minuten wurden letztendlich acht Minuten zusätzlicher Spielzeit, warum, weiss nur der Schiedsrichter.

Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdiente sich Ilmenau den zweiten Auswärtssieg und kompensierte den Ausfall von mehreren Stammspielern hervorragend. Spielerisch war man seinem Widerpart in den entscheidenden überlegen. Schiedsrichter Pfromm hatte im Spiel erhebliche Probleme in der Bewertung von Zweikampfführung und Strafraumsituationen. Die Emotionen auf dem Platz blieben glücklicherweise aus, aber an den Seitenlinien kochten sie hoch.

Ehrenhain: Schnabel; Sittel, Clasen (56. K. Richter), Eller (38. Hupfer), Gerber, Fenzl (65. N. Richter), Taubert, Bethke, Hofmann, Hanke, Lutz (90.+1 RK, 77. Hiller)

Ilmenau: Heyn (81. RK), Todoran (72. El Rahman), Gerhardt, Alzoughbi (65. Stapper), Wolfenstetter (90.+4 Landgraf), Finn (81. Ogbenna), Meissner (74. Schröter), Fischer, Gomez, Kutzer, Cherkashyn

Schiedsrichter: Pfromm (Jena)

Zuschauer: 70

Tore: 0:1 (7.) Todoran, 0:2 (15.) Kutzer, 1:2 (20. FE) Taubert, 1:3 (44.) Gomez, 2:3 (90.+3 HE) Taubert

Uwe Frank

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